Derselbe Tee, zubereitet mit denselben Blättern und demselben Wasser, kann je nach verwendetem Gefäß ganz unterschiedliche Ergebnisse liefern. Insbesondere die Kyusu-Teekanne wurde in Japan entwickelt, um den Geschmack von Grüntee optimal zur Geltung zu bringen.
Der Unterschied liegt vor allem in der Bewegungsfreiheit der Blätter. In einem Kyusu-Tee haben sie ausreichend Platz, sich vollständig zu öffnen, zu entfalten und im Wasser zu zirkulieren. Dies ermöglicht einen gleichmäßigeren Kontakt mit dem Wasser, was zu einer reichhaltigeren und nuancierteren Extraktion führt. Der Tee gewinnt an Tiefe und Ausgewogenheit und entfaltet ein deutlicheres Geschmackserlebnis.
Im Gegensatz dazu sind die Teeblätter in einer Tasse mit Filter oder in einem Tee-Ei oft stärker eingeschränkt. Sie öffnen sich nur teilweise, ihre Bewegung ist begrenzt. Ein Aufguss ist zwar möglich, aber in der Regel milder, manchmal weniger intensiv.
Auch das Einschenken selbst gehört dazu. Durch leichtes Neigen der Teekanne werden die Teeblätter in Bewegung gesetzt und der Aufguss kann vollständig erfolgen. Ziel ist es, jeden letzten Tropfen Tee zu extrahieren, der oft die intensivsten Aromen enthält. Diese Technik ermöglicht es, die volle Geschmacksfülle des Tees zu entfalten, ohne dass etwas davon in der Kanne verloren geht.