
Die Sonne beginnt hell zu scheinen, die Morgen sind rötlich gefärbt vom Nebel, der nach der kühlen Nacht aufsteigt … Der Mai ist da, und die Teesträucher sind bereit für die große Ernte. Körbe und Tücher gleiten langsam durch die grünen Reihen und pflücken die jungen Triebe und Blätter. Und überall, vom Fuße des Fuji bis zu den Hügeln von Kagoshima, durch die Täler von Uji in Kyoto, erklingt eine Melodie: das Lied der Teepflücker oder die Reimformel der 88. Nacht. Hört zu:
Hier ist der Liedtext:
Entferne dich aus der Küche
Natsu mo chikazuku hachijūhachi ya
Der Sommer naht, es ist die 88. Nacht.
Junge Blätter wachsen in Hülle und Fülle auf den Feldern und in den Bergen.
No ni mo yama ni mo wakaba ga shigeru
Die jungen feuilles grünen Champs et Montagnes
Wird dort drüben nicht Tee geerntet?
Are ni mieru wa chatsumi ja nai ka
Was ist los mit mir, gibt es kein Stichwort dafür?
Eine purpurrote Schärpe und ein Schilfhut
Akane-dasuki ni suge no kasa
Mit einem roten Haar und einem Hut.
Zweite Strophe:
Es waren herrlich sonnige Tage.
Hiyori tsudzuki no kyō kono goro o
In diesen schönen Tagen folgten sie,
Singend, während sie friedlich gepflückt werden
Kokoro nodoka ni tsumi tsutsu utau
On cueille paisiblement en chantant, l'esprit quietle
Pflücken, pflücken, pflücken, du musst pflücken
Tsume yo tsume tsume tsumane ba naranu
Cueillez, cueillez, il faut cueillir sans relâche!
Wenn man sie pflückt, wird daraus kein japanischer Tee.
Tsumaniya Nihon no cha ni naranu
Auto ohne Sitzgelegenheit, die Aura der Japaner fehlt.
Dieses Lied und seine Melodie entstanden in den 1910er Jahren, gegen Ende der Meiji-Ära. Dies war eine Zeit rasanter Industrialisierung in Japan, verbunden mit dem Aufbau landwirtschaftlicher Vertriebsnetze. Kinder und Arbeiter lernten allerlei Lieder, um ihren Arbeitstag aufzulockern und zu verschönern. Es hat seinen Ursprung in einer viel älteren Tradition landwirtschaftlicher Lieder, die alle Jahreszeiten, insbesondere körperlich anstrengende Arbeiten, begleiteten. In Frankreich könnte man an ähnliche Lieder denken, die auf den Feldern oder in der Waschküche gesungen wurden.
Bemerkenswert ist auch die patriotische Dimension dieses Textes, der den Teearbeitern ein Gefühl des Stolzes vermitteln soll. Die Branche hat sich seither zwar erheblich weiterentwickelt, doch das Prinzip bleibt dasselbe: fleißig zu arbeiten, damit jeder eine gute Tasse grünen Tee genießen kann.
Aber warum ausgerechnet in der 88. Nacht? Dies markiert den Beginn der Teeernte, traditionell am 88. Tag nach Frühlingsbeginn. Diese Wahl beruht auf drei Faktoren: Ab diesem Datum friert es nachts fast nie; die Zahl 88 gilt in ganz Asien und im Buddhismus als Glückszahl; und die chinesischen Schriftzeichen für 88, 八十八, ähneln übereinandergelegt dem Schriftzeichen für Reis, einem zentralen Element der japanischen Landwirtschaft.

Heutzutage ernten wir in den allermeisten Fällen nicht mehr die ShinchaDer neue Tee wurde genau 88 Tage nach Frühlingsbeginn geerntet. Fortschritte im Verständnis des Lebenszyklus der Teepflanze sowie die Unwägbarkeiten des Klimawandels haben diese Pünktlichkeit aufgehoben. Es geht auch darum, Lebewesen besser zu respektieren und einen qualitativ besseren Tee herzustellen.Das Lied selbst bleibt jedoch bestehen.

In Paris hat man manchmal den Eindruck, sehr weit entfernt von den grünen Tälern Japans und seinen Teeplantagen zu sein. Mit der neuen Dekoration unseres Schaufensters, die von der die talentierte Aya MuaramatsuSie können ein Stück reisen und in diesem Umfeld junger Talente unsere Shincha 2024 sowie unsere Shincha 2025Ankunft voraussichtlich Mitte Juni.
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Jugetsudo wünscht einen schönen Frühlingsausklang und einen guten Start in den Sommer!
- Matti vom Mittwoch-, Donnerstag- und Samstagsteam