Shimizu Hōjō: Die lebendige Tradition von Tokoname
Im Herzen von Tokoname, einem der sechs alten Zentren der japanischen Keramik, steht Shimizu Hōjōs Werk in einer tief in der Tradition verwurzelten Handwerkstradition. Als anerkannter traditioneller Handwerker (dentō kōgeishi), ein Titel, der Meistern mit langjähriger Erfahrung und außergewöhnlichem technischem Können in einer vom japanischen Wirtschaftsministerium festgelegten Region offiziell verliehen wird, bewahrt Shimizu Hōjō das überlieferte Wissen seiner Vorfahren und verleiht der Keramik gleichzeitig seine eigene, persönliche Vision.
Schönheit entsteht aus Funktion
Im Zentrum seines Ansatzes steht eine grundlegende Idee: Schönheit offenbart sich erst dann vollends, wenn ein Objekt seine Funktion perfekt erfüllt. Diese Philosophie leitet seine Arbeit an der Töpferscheibe, wo jede Teekanne so gestaltet ist, dass sie alltägliche Gesten ergänzt. Das Streben nach natürlicher Ergonomie, ausgewogenen Formen und haptischer Präzision wurzelt in einer dezenten Ästhetik, in der sich das Objekt nahtlos in den Alltag einfügt und ihm gleichzeitig eine stille Tiefe verleiht. Seine Kreationen bevorzugen traditionelle, in Tokoname seit Generationen weitergegebene Techniken und integrieren persönliche Akzente in Dekoration oder Oberflächenbehandlung, sofern diese die Funktionalität nicht beeinträchtigen. Das Ergebnis sind Stücke, die über bloße Nützlichkeit hinausgehen und zu täglichen Begleitern werden.
Shudei-Ton: ein seltenes und lebendiges Material
Zu seinen Werken gehören die Theaterstücke in hon shudeiDieser eisenreiche rote Ton, typisch für Tokoname, nimmt eine besondere Stellung ein. Einst im Überfluss vorhanden, ist er heute selten und wird dank der von der vorherigen Generation angelegten Vorräte sorgsam in der Werkstatt aufbewahrt. Hergestellt aus einer einzigen Tonart (Tanmi), ohne Zugabe von Pigmenten oder Mischungen, entwickeln diese Stücke nach einem oxidierenden Brand eine tiefe zinnoberrote Farbe. Mit der Zeit und durch den Gebrauch bildet sich auf der Oberfläche eine dezente und glänzende Patina, die vom Dialog zwischen dem Objekt und seinem Benutzer zeugt. Diese allmähliche Transformation verkörpert den japanischen Geist des Vergehens der Zeit, in dem Schönheit mit der Erfahrung zunimmt.
Yakishime: ausdrucksstarke Einfachheit
Die Hōjō-Werkstatt bietet auch Werke in yakishimeHergestellt aus einer einzigartigen Tonmischung aus der Tōkai-Region. Gebrannt in ReduktionSie weisen natürliche, hellbraune Farbtöne und eine warme Textur auf. Die bewusst erhaltenen Spuren des Drehprozesses bilden horizontale Linien, die die Handschrift des Handwerkers erkennen lassen und die menschliche Dimension jedes einzelnen Stücks unterstreichen.
Mogake: der Abdruck des Meeres
Die Nähe Tokonames zum Meer brachte eine einzigartige Technik hervor, die man mogakeBei dieser Technik wird die Keramik vor dem Brennen mit Seetang umwickelt, um organische Muster zu erzeugen. In einigen Stücken integriert Hōjō zudem einen skulpturierten, garnelenförmigen Griff, inspiriert von der lokalen Meeresfauna, der so an das reiche Natur- und Kulturerbe der Region erinnert. Die kleine Garnele symbolisiert das Möbius-Fadentier, eine Garnele, die sich im Seetang einnistet.
Ko-Hōjō: Die Poesie der eingelegten Motive (Zōgan)
Sein Sohn, bekannt als Ko-Hōjō, bereicherte diese Tradition um eine erzählerische Dimension. Seine Teekannen zeichnen sich durch Motive aus, die in der Zōgan-Technik gefertigt sind, einer Einlegetechnik, bei der die Muster fein in die Tonoberfläche eingearbeitet werden, um einen subtilen Kontrast zwischen Form und Material zu erzeugen. Inspiriert von der umgebenden Natur – Gartenblumen, Spiegelungen im Meer oder Landschaften, die man täglich beobachtet – werden diese Motive zu einer emotional aufgeladenen Bildsprache. Für Ko-Hōjō ist die Dekoration eine Form der stillen Kommunikation: ein Weg, demjenigen, der die Teekanne hält, ein Gefühl oder eine Erinnerung zu vermitteln.
Eine Tradition in Bewegung
Mit ihren Werken verkörpern Shimizu Hōjō und Ko-Hōjō die lebendige Kontinuität zwischen Tradition und zeitgenössischer Kunst. Ihre mit Geduld und Präzision gefertigten Teekannen laden dazu ein, die innige Verbindung zwischen Mensch, Material und der Zubereitung von Tee neu zu entdecken. Bei Jugetsudo finden diese Stücke ihren Platz als Teil der japanischen Teekultur, wo jedes Objekt Ausdruck einer besonderen Lebensart ist.
Wir präsentieren eine Auswahl an Stücken von Herrn Shimizu, die im Geschäft und auch online erhältlich sind. LinieDie