Bol à Matcha / „Hagi“ Vier Harunobu Shôroku
Bol à Matcha / „Hagi“ Vier Harunobu Shôroku
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Hagi-yaki-Matcha-Schale, hergestellt von Nobuaki Yamato (1956-), im Harunobu Shôroku-Ofen in Miyano, Präfektur Yamaguchi.
Die Hagi-Keramik entstand im späten 16. Jahrhundert, kurz nach den japanischen Feldzügen auf der koreanischen Halbinsel. Damals wurden koreanische Töpfer nach Japan geholt, die fortschrittliche Keramiktechniken mitbrachten, welche die Grundlage für verschiedene japanische Stile, darunter Hagi-yaki, bildeten. Der lokale Feudalherr von Hagi, Mōri Terumoto, ließ im Gebiet von Matsumoto (dem heutigen Hagi) Brennöfen errichten, um Keramik für seine persönlichen Teezeremonien und offizielle Geschenke herzustellen. Im Laufe der Zeit dehnte sich die Produktion auf andere Gebiete aus, darunter Fukawa (heute Teil von Nagato), was zur großen Beliebtheit von Hagi-yaki während der Edo-Zeit (1603–1868) beitrug.
Hagi-yaki ist für seine rustikale Schlichtheit und natürliche Schönheit bekannt. Es zeichnet sich durch warme, erdige Farbtöne und eine weiche, poröse Textur aus. Ein charakteristisches Merkmal ist das feine Krakelee in der Glasur, genannt Kan-nyuu (貫入), das sich beim Abkühlen des Brennofens auf natürliche Weise bildet, da sich die Glasur schneller zusammenzieht als der Scherben. Diese Risse, die neben ihrer subtilen Optik auch das langsame Eindringen von Flüssigkeiten in die Oberfläche ermöglichen, führen im Laufe der Zeit zu feinen Farbveränderungen. Dieses Phänomen wird als „Hagi no nana-baké“ (Hagi verändert den Farbton „siebenmal“) bezeichnet. In der Teekultur wird es hoch geschätzt, symbolisiert Transformation und verleiht jedem Stück mit der Zeit einen einzigartigen und lebendigen Charakter.
Die Herstellung von Hagi-yaki beruht auf sorgfältiger Handwerkskunst, die über Generationen weitergegeben wurde. Kunsthandwerker verwenden eine Mischung aus lokalen Tonsorten (Daidō, Mitake und Mishima), um die gewünschte Textur und Farbe zu erzielen. Der Ton wird zunächst mit Wasser vermischt und etwa zwei Wochen lang gefiltert, um Verunreinigungen zu entfernen. Anschließend werden die Stücke von Hand geformt, getrocknet und im Schrühbrand gebrannt. Eine Schicht transparenter, beiger Glasur wird aufgetragen, um die natürlichen Farbtöne des Tons hervorzuheben. Ein zweiter Brand ermöglicht schließlich die Wechselwirkung von Glasur und Ton und erzeugt so den charakteristischen Craquelé-Effekt und die subtilen Farbvariationen.
Hagi-yaki genießt in der japanischen Teezeremonie einen Ehrenplatz. Ein altes Sprichwort besagt: „Raku zuerst, Hagi an zweiter Stelle, Karatsu an dritter Stelle“, was die Wertschätzung unterstreicht, die Hagi-yaki entgegengebracht wird. Seine weiche Textur, seine ästhetische Entwicklung im Laufe der Zeit und seine poetische Unvollkommenheit veranschaulichen perfekt die Prinzipien von Wabi-Sabi, der japanischen Philosophie, die die Schönheit der Vergänglichkeit, der Einfachheit und der Unvollkommenheit schätzt. Der Kontrast zwischen dem satten, leuchtenden Grün von Matcha und den subtilen Tönen von Hagi-yaki intensiviert das sinnliche Erlebnis der Teezeremonie.
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